Gospelchor Inning

Ablauf einer Chorprobe:

Dienstag 19:30 Uhr: Renate, die musikalische Leiterin des Chors trifft ein. Sie rückt die Stühle zurecht: Links Sopran, rechts Alt, in der Mitte Tenor, dahinter Bass. Ob alle kommen? Selten ist das gesamte Personal anwesend!

19:50 Uhr: Ein Bassist schleppt das Piano in den Saal, stopselt Kabel ein, und klimpert ein wenig, um die Lautstärke zu regulieren.

19:55 Uhr: Der Saal füllt sich, das Stimmengewirr wird lauter.

20:00 Uhr: Erster Aufruf: „“Anfangen bitte“! Das Stimmengewirr wird leiser.

Händeklatschen: Stühle werden gerückt, dann ein energisches „tsch, tsch, tsch,... und los geht’s: pppp, tttt, kkkk, ffff, schschschsch....; da verstummt das Gewisper, man ist beschäftigt mit Atem holen. Ein Ton wird gesummt, er klettert die Tonleiter hoch und runter – „Nein der vorletzte Ton sackt! Aufrichten, Hinterbacken spannen, Spannung aufbauen!“. Nochmal, dann den Bauch schnellen lassen, schlecht für Leute ohne Bäuche, gut für das Zwerchfell, es stützt die Töne!

Da kommt noch jemand zur Türe rein geschlichen. Die Anwesenden sind aber schon mit der „TULIPAN“ beschäftigt. Ihr folgt die SOJASOSSE und die ergießt sich über die AUFSTEIGENDE SONNE: Nur geht die gleich wieder unter; denn TANTE ANNE SITZT UNTER DUNKLEN UFERULMEN: Was sie da tut ist nicht so ganz klar, manchmal versucht sie zu angeln, manchmal ist sie BLAU BLAU BLAU, manchmal steigt sie aber auch in ihre BADEWANNE ZU IHREM ELEFANTEN.

Fertig mit Stimmenschmierung, Stühle, rücken, hinsetzen, Notensuchen. Schon beginnt das „Männchen laufen“, denn nicht jeder hat die passenden Noten dabei und holt sich neue aus dem Schrank, was eigentlich nicht Sinn der Sache ist. Für andere wird die Pause genutzt, um die neuesten Nachrichten auszutauschen. Das erneute Händeklatschen wird durch Akkorde am Klavier unterstützt. Dann geht’s weiter.

Wird ein neues Lied geprobt, übt jede Stimme einzeln. Die Pianistin spielt eine Phrase vor, der Bass singt nach, dann der Alt, der Tenor und zuletzt der Sopran. Wenn jede Stimme einigermaßen sattelfest ist, wird zusammengesetzt. Manchmal klappt es schnell und macht Spaß, manchmal klingt es dissonant und muss nochmal einzeln geübt werden. So hanteln wir uns von Stück zu Stück, zwischendurch werden bekannte Lieder wiederholt. Steht ein Auftritt an, wird das ganze Programm durch gesungen.

Nach einer ¾ Stunde gibt es eine kurze Pause zum Lüften und Ratschen. Die Proben dauern im Schnitt bis 21:30 Uhr. Aber dann kann es passieren, dass Renate ein „Happy Birthday“ anstimmt. Jedes Chormitglied bekommt zum Geburtstag ein Ständchen mit einem Wunschgospel geschenkt. Zum Dank und um die Chorgemeinschaft zu pflegen, bringen die meisten Geburtstagskinder ein bis drei Fläschchen zum Anstoßen, gewürzt mit Knabberzeug. Wer nach Hause muss, geht früher, die Letzten räumen auf und alle freuen sich auf den nächsten Dienstag, wenn es in der Nachbarschaftshilfe Inning, Enzenhofer Weg 9 um 20.00 Uhr wieder heißt:
„SINGEN IST WIE TANZEN, TANZEN IST WIE SINGEN!"

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